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Gefäßcheck bei müden Beinen

Wer an Krampfadern denkt, der hat zumeist überaus hässliche Beine mit knotig erweiterten Venen vor Augen. So weit muss es aber gar nicht kommen. Das war für mich die wichtigste Erkenntnis des Vortrages von Oberärztin Dr. med. Katharina Godolias von der Havelklinik Berlin. Am 23.03.2017 erläuterte sie im Palace Hotel in der Budapester Straße in Berlin auf sehr eindrückliche Weise das Krankheitsbild Krampfadern. 

Wozu sind unsere Venen da?

Venen sind die Blutgefäße, in denen das sauerstoffarme Blut zum Herzen zurückkommt. Besonders harte Arbeit leisten dabei unsere Beinvenen. Sie müssen intensiv gegen die Schwerkraft ankämpfen. Das klingt sehr plausibel. Wer Abends nach langem Sitzen dicke Beine hat, dem geht es schnell besser, wenn er die Beine hochlegt oder sich bei einem Spaziergang ordentlich die Füße vertritt. Das erleichtert den Venen ihre Aufgabe.

Drei Mechanismen sorgen in unseren Beinvenen dafür, dass der Bluttransport zurück zum Herzen funktioniert. Die Venenklappen, die Muskelvenenpumpe und die arterio-venöse Kopplung. Venenklappen verhindern,  dass das bereits nach oben transportierte Blut wieder abwärts fließt. Jede Anspannung unserer Wadenmuskeln trägt dazu bei, die tiefen Beinvenen zu komprimieren und so das Blut nach oben zu drücken. Sind die Venenklappen funktionstüchtig, bleibt das Blut oben. Das ist ganz ähnlich wie bei einem Schleusentor. Bei defekten Venenklappen gibt es einen nicht erwünschten Rückfluss, weg vom Herzen zurück ins Bein und unter die Haut. Anfangs erkennt man das an leichten Pigmentierungen, Schwellungen im Bein oder in der Region des Knöchels, kleinen Entzündungen der Haut, Venenentzündungen … wird dagegen auf lange Sicht nichts unternommen, kann es irgendwann zu flächenhaften Entzündungen der Haut und des Unterhautfettgewebes kommen … bis hin zum offenen Bein (Ulcus cruris).

Der ständige Rückfluß des Blutes in der Oberfläche führt aber auch dazu, dass das Arbeitspensum des tiefen Venensystems permanent zunimmt. Das macht auf Dauer bleibende Schäden. Die Venen leiern aus, die Venenklappen schließen irgendwann gar nicht mehr. Schäden am tiefen Venensystem sind irreparabel.

Was kann ich für gesunde Venen tun?

Regelmäßig die Wadenmuskulatur anspannen ist das Beste, was man tun kann. Das geht ganz leicht im Alltag beim Laufen zum Bus oder beim Spazierengehen. Besonders förderlich sind zusätzlich Wandern, Walking, Fahrradfahren und Schwimmen. Das alles verbessert die Durchblutung, in dem die Venenpumpe auf Trab gehalten wird.

Besonders gerne leiern die Venenklappen in den Stammvenen aus, denn hier greift die Muskelvenenpumpe leider nicht. Die sogenannten tiefen Venen sind da besser dran. Sie haben eine festen Ummantelung durch die Muskulatur, die die Venenklappen bei ihrer Arbeit unterstützt.

Oberärztin Dr. med. Katharina Godolias nahm bei ihrem Vortrag den Anwesenden die Furcht vor Diagnose und Behandlung von Krampfadern. Auch Vorurteile, die offenkundig fest in den Köpfen von Betroffenen verankert sind, konnte sie leicht ausräumen.

Nur wer das Problem früh genug erkennt, schützt sich vor irreparablen Schäden

„… das können wir auch nicht mehr rückgängig machen …“ Diese Formulierung wurde im Vortrag häufiger gebraucht. Aber Niemand muss es zu einem offenen Bein oder der extremen Ausprägung von Krampfadern kommen lassen. Krampfadern sind eine chronische Erkrankung, die zum Glück nicht lebensbedrohlich ist. Im Krankheitsverlauf kann es allerdings zu schwerwiegenden Folgen und Komplikationen kommen. Das verschlechtert die Lebensqualität enorm … ist aber wirklich heutzutage unnötig.

Im Gegensatz zu Besenreisern handelt es sich bei Krampfadern nicht um eine kosmetische Beeinträchtigung. Hier liegt eine Funktionsstörung im venösen Blutfluss vor. Diese gilt es zu beheben, ganz gleich, ob die Betroffenen ihre Krampfadern gar nicht so hässlich finden, geschickt unter der Hose verstecken oder anderweitig als nicht so bedeutsam ignorieren.

Wo kann ich mich behandeln lassen?

Suchen Sie zur Diagnose und Behandlung von Krampfadern Behandler, die als Venen Kompetenz Zentrum zertifiziert sind. Diese Zertifizierung wird von der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie und dem Berufsverband der Phlebologen e.V. durchgeführt. Mit dem Zertifikat wird die Praxis hinsichtlich qualitätsorientierter Diagnostik und Therapie geprüft und darüber hinaus die Qualitätsmanagement-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses für Vertragsärzte nachgewiesen. Mit dem QM-Standard Venen Kompetenz-Zentrum wurde ein einheitlicher Standard für die phlebologische Versorgung geschaffen, der objektiv eine hohe Struktur- und Versorgungsqualität sowie Prozesssicherheit nachweist.

Am Ende Ihres Vortrags lud Katharina Godolias Anwesenden zum Gefäßcheck in die Havelklinik Berlin. Einfach telefonisch einen Termin ausmachen und zur Untersuchung die Checkkarte mitbringen. Wer eine Zweitmeinung einholen möchte, ist ebenfalls gern willkommen. Vorab kann man auf der Website anonym ein paar Fragen beantworten. Anhand der sofortigen Auswertung wird schnell klar, ob ein Gefäßcheck angezeigt ist. Dieser ist vollkommen schmerzfrei.

 

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