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116117 – Rat und Hilfe nach Praxisschluss

Eine Notaufnahme ist für lebensbedrohliche Notfälle da!

Aber was ist ein Notfall? Viele Menschen scheinen sich darüber nicht im Klaren zu sein. Warum sonst trifft man in den 38 Notaufnahmen der Berliner Krankenhäuser immer häufiger auf Patienten, die ganz offensichtlich nicht lebensbedrohlich erkrankt sind? Ein Herzinfarkt oder Schlaganfall bzw. ein schwerer Unfall muss sofort behandelt werden. Darüber besteht kein Zweifel. Aber wie verhält es sich mit einem stark schwellenden Insektenstich? Was ist zu tun, wenn ein plötzlich unklarer Ausschlag oder hohes Fieber auftritt?

Um das herauszufinden, steht Ihnen als Betroffene bzw. Angehörige die bundesweite Rufnummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes zur Verfügung. Jeder sollte sie kennen oder zumindest in der Brieftasche bereithalten. Leicht zu merken ist sie außerdem: 116117 (eins eins sechs eins eins sieben). Dafür braucht es keine aufwändigen Eselsbrücken.

Das Angebot der KV Berlin für ärztliche Hilfe nach Praxisschluss

Bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin verbirgt sich hinter diesen sechs Zahlen ein umfassendes Paket für die ambulante Versorgung. Es hilft Ihnen weiter, wenn ein Arztbesuch angezeigt ist und bis zur nächsten Sprechzeit der Praxis vor Ort nicht aufgeschoben werden sollte. Dann hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst der KVen gerne weiter. Das Angebot des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes Berlin gilt für die Behandlung von Erkrankungen und Beschwerden, die nicht lebensbedrohlich sind.

Und so sieht dieses Angebot für die Hauptstadt ganz konkret oder in naher Zukunft aus:

  • eine KV-Leitstelle nimmt die Anrufe entgegen, sie ist rund um die Uhr besetzt
  • der Anrufer wird zu seinem Problem zunächst am Telefon befragt und beraten
  • für dringende medizinische Fälle steht ein fahrender Dienst bereit (aktuell sind das für Berlin 26 Fahrzeuge)
  • zwei KV-eigene Notdienstpraxen (geplant sind insgesamt sieben bis acht)
  • vier Kinder- und jugendärztliche Notdienstpraxen
  • elf Kooperationskrankenhäuser mit Portalpraxen

Dass der Ärztliche Bereitschaftsdienstes in den nächsten Monaten noch weiter ausgebaut wird, verkündete Dr. Burkhard Ruppert, stellvertretender Vorsitzender der KV Berlin, am 25. Juli 2018 auf einer Pressekonferenz in der Masurenallee. Doch parallel dazu muss auch die Rufnummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes deutlicher als bisher kommuniziert werden. Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) brachte die aktuelle Situation auf der Pressekonferenz der KV Berlin wie folgt auf den Punkt: „Etwa die Hälfte der Patienten, die Berliner Notaufnahmen aufsuchen, wissen nicht, dass es einen Notdienst der Kassenärztlichen Vereinigung gibt“. Um das zu ändern, arbeitet die Kassenärztliche Bundes­vereinigung (KBV) gemeinsam mit den KVen an einer bundesweiten Öffentlichkeitskampagne für die Nummer 116117. Sie wurde vor kurzem ausgeschrieben und steht nun vor der Vergabe. Wir dürfen auf das Ergebnis gespannt sein. Das Thema selbst ist ja keinesweg neu und stand auch deshalb schon häufiger im Fokus von Werbemaßnahmen.

116117 – die Nummer für kompetente Hilfe nach Praxisschluss

Was erwartet Sie als Rat- und Hilfesuchende unter der Nummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes? „Mit Hilfe dieser Nummer wollen wir die Patienten dabei unterstützen, sich im Dschungel der medizinischen Notfallangebote zurechtzufinden, und Fehlinanspruchnahmen verhindern“ – so fasst Dr. Burkhard Ruppert die Zielstellung des Angebots der KV Berlin zusammen.

Bevor Sie also übereilt in Richtung Rettungsstelle aufbrechen, soll Ihr Anruf bei der Nummer 116117 zunächst einmal den Versorgungsbedarf feststellen. Daraus ergibt sich anschließend der erforderliche Versorgungsweg. Im Klartext heißt das: Mit der telefonischen Beratung durch das Personal der intelligenten Leitstelle werden Sie in die Lage versetzt, Ihre Situation und den Bedarf ärztlicher Maßnahmen besser einzuschätzen. Erst dann geht es darum, entsprechende Behandungsoptionen in die Wege zu leiten.

Geht dadurch nicht auch wertvolle Zeit verloren? Die Frage ist berechtigt, aber mit einem klaren Nein zu beantworten. Liegt kein Notfall vor, muss auch nicht sofort gehandelt werden. In der Regel spart ein Anruf beim ärztlichen Bereitschaftsdienst allen Beteiligten Nerven, verhindet unnötige Wege und schont wertvolle Ressourcen für tatsächlich lebensbedrohliche Situationen.

Anstatt auf gut Glück die Feuerwehr zu rufen oder in eine der Berliner Rettungsstellen zu fahren, werden Sie unter der Nummer 116117 beruhigt, beraten und im Bedarfsfall an eine der KV-eigenen Notdienstpraxen weitergeleitet. Oder es kommt ein Bereitschaftsarzt direkt zu Ihnen nach Hause. Stellt sich heraus, dass es sich wider Erwarten doch um einen lebensbedrohlichen Notfall handelt, wird selbstverständlich der Rettungsdienst unter 112 kontaktiert oder die Fahrt zur Notaufnahme in eine der Berliner Kliniken organisiert.

Weitere Infos zur Notfallnummer der Kassenärztlichen Vereinigung finden Sie auf der Webseite der KV Berlin.

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