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Aktion Saubere Hände

Mehr Patientensicherheit durch saubere Hände

Beitrag vom 3. Mai 2018

Saubere Hände sind Bürgerpflicht. Schon ganz kleine Kinder lernen deshalb, wie richtiges Händewaschen geht. Vor den Mahlzeiten z.B. oder nach dem Besuch von sanitären Einrichtungen, ist gründliche Handhygiene Standard. Doch was für Kinder ganz normal ist, gilt nicht überall und schon gar nicht für alle Erwachsenen. Davon kann man sich in öffentlichlichen Toiletten oder beim Restaurantbesuch leicht überzeugen.

Händehygiene im Krankenhaus, so sollte man meinen, dürfte hingegen über jeden Zweifel erhaben sein. Doch dem ist leider nicht so. Die größte Schwachstelle bei der vorgeschriebenen Händedesinfektion im Krankenhaus ist, dass sie wider besseren Wissens aus Zeitmangel von den Mitarbeitern nicht oder nicht richtig durchgeführt wird. Für manchen Patienten kann das schwere Komplikationen im Heilungs- und Genesungsprozess nachsichziehen. Was kann man dagegen unternehmen?

Die „Aktion Saubere Hände“ ist eine nationale Kampagne zum Thema und setzt sich seit nunmehr 10 Jahren für die Verbesserung der Patientensicherheit in deutschen Gesundheitseinrichtungen ein. Basis ist die WHO-Kampagne „Clean Care is Safer Care“. Die Initiatoren von „Aktion Saubere Hände“ werden nicht müde daran zu erinnern, dass eine konsequente Händehygiene maßgeblich zur Vermeidung von Infektionen beiträgt und so die Übertragung von Krankheitserregern einschränkt bzw. im besten Fall verhindert. Die Kampagne richtet sich an Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, die ambulanten Medizin sowie an Patienten und Angehörige.

Träger der Zertifikate Aktion Saubere Hände in Berlin

Pro Jahr werden in Deutschland etwa 500.000 sogenannte nosokomialen Infektionen registriert. Dabei handelt es sich um Infektionen, mit denen sich Patienten erst im Krankenhaus infizieren. Ein Drittel davon könnte vermieden werden.

Die „Aktion Saubere Hände“ wurde am 1. Januar 2008 mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit vom Nationalen Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen, vom Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. und der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e.V. ins Leben gerufen.

Bis 2013 war die Kampagne auch durch das Bundesministerium finanziert. Seit 2014 gibt es stattdessen nun einen Förderkreis aus verschiedenen Organisationen. Zusätzlich wurde es jedoch notwendig, die Beteiligten, also Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime sowie die ambulante Medizin in die Finanzierung einzubinden. Konkret heißt das: jede Gesundheitseinrichtung, die sich zertifizieren lassen möchte, zahlt für die Teilnahme an der Aktion im Jahr 500 Euro. Aktuell konnten sich folgende Berliner Krankenhäuser erneut zertifizieren. (Stand 03.05.2018). Herzlichen Glückwunsch an:

Gold

  • St. Hedwigs Krankenhaus | 2018/2019

Silber

  • Deutsches Herzzentrum Berlin | 2018/2019

Bronze

  • Bundeswehrkrankenhaus Berlin | 2018/2019
  • Dominikus Krankenhaus Berlin | 2018/2019
  • Krankenhaus Bethel Berlin | 2018/2019

Die wichtigsten Regeln der Händedesinfektion

Warum ist die Händehygiene so wichtig? Bakterien und Keime, die Verursacher von Infektionen, gelangen über Mund, Nase oder die Augen in den Körper. Zwischenstation auf ihrem Weg dorthin sind in vielen Fällen unsere Hände. Gerade im Krankenhaus ist die Desinfektion der Hände deshalb vor jedem Patientenkontakt oberstes Gebot. In der direkten Patientenumgebung gelten diese drei Regeln:

Das Klinikpersonal muss vor jedem direkten Kontakt mit einem Patienten die Hände desinfizieren. Gleiches gilt vor Beginn einer aseptischen (sterilen) Tätigkeit. Auch nach Kontakt mit einem potentiell infektiösem Material muss desinifiziert werden. Um sicher zu gehen, dass diese Regeln auch befolgt werden, sollten Patienten und Angehörige genau hinschauen. Es ist keineswegs ehrenrührig, wenn Sie notfalls darauf verweisen, dass die Desinfektion der Hände seitens des Personals (noch) nicht erfolgt ist.

Doch auch Angehörige und Besucher sind beim Thema Hygiene gefragt. Vor dem Betreten eines Krankenzimmers sollten auch sie sich immer die Hände desinfizieren. Zum Schutz der Menschen in der sogenannten erweiterten Patientenumgebung müssen die Hände natürlich auch nach dem Patientenkontakt gründlich desinfiziert werden. Kam es beim Besuch zum Kontakt mit Oberflächen in der unmittelbaren Umgebung des Patienten ist ebenfalls die Desinfektion des Hände erforderlich.

Je mehr Händedesinfektionsmittel wir verbrauchen desto besser

Im Dominikus Krankenhaus Berlin, seit April 2018 gemeinsam mit zwei weiteren Berliner Krankenhäusern erneut Inhaber des Zertifikats in Bronze, werden Besucher und Angehörige „bereits am Eingang auf die Durchführung der Händedesinfektion hingewiesen. Sie unterstützen damit das Engagement Erregerübertragungen zu minimieren und damit die Infektionsgefahr beim Patienten zu senken. Das dauert nur einen Augenblick und hat große Wirkung“, so Hygienefachschwester Christiane Müller.

Ob die umfangreichen Schulungsprogramme für Mitarbeiter im Dominikus Krankenhaus Berlin greifen, wird übrigens auch anhand des jährlichen Verbrauchs von Händedesinfektionsmittel kontrolliert und bewertet. „Wenn heutzutage in vielen Bereichen des Krankenhauses gespart werden muss, freuen wir uns dennoch über weitere Steigerungen beim Händedesinfektionsmittelverbrauch, denn sie kommen letztendlich unseren Patienten zu Gute“, sagt Hygienefachschwester Andrea Stuhlfauth.

Weitere Informationen über Maßnahmen im Rahmen der „Aktion Saubere Hände“ im Dominikus Krankenhaus Berlin erhalten Sie bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Krankenhauses bzw. auf den Webseiten der beteiligten Krankenhäuser.

 

Kampf dem Keim: Das Thema Hygiene verdient ungewöhnliches Engagement

Eine beim Thema Krankenhaushygiene besonders engagierte Berliner Klinik soll an dieser Stelle Erwähnung finden. Die Sache liegt schon einen Moment zurück, aber die Idee ist immer noch großartig. Bereits im Februar 2018 erhielten alle Krankenhäuser im deutschsprachigen Raum vom Krankenhaus Bethel Berlin ein außergewöhnliches Geschenk. Es handelt sich um fünf lizenzfreie Videos, die allesamt zum Thema Krankenhaushygiene produziert wurden und nun für Jedermann nutzbar sind. Was das genau heißt? Ganz einfach, die Videos der Aktion Kampf dem Keim können jederzeit und ohne jegliche Kosten zur Aufklärung und Schulung von Mitarbeitern, Patienten und Besuchern verwendet werden. Und das alles ohne Werbung für diejenigen, die das Ganze verantwortet und produziert haben.

Auch KMU-Krankenhäuser, die sich aufwändige Video-Produktionen oder teure Lizenzen eher nicht leisten können, haben mit diesen Videos nun die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter, Patienten und Besucher unterhaltsam auf das Thema aufmerksam zu machen. Herzstück der Kampagne ist die gleichnamige Website. Hier werden zusätzlich Tools zum Erfahrungsaustausch und weitere Informationen bereitgestellt. Online flankiert wird die Hygiene-Mission von starken Partnern, z.B. der Diakonie Deutschland, die das Projekt unterstützt. Mehr dazu auf der Website des Krankenhauses.

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